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Elke Volkmann


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Blutspende im höheren Alter

Die Lebenserwartung in Deutschland ist seit Jahrzehnten deutlich gestiegen. Das einerseits erfreulich, andererseits stellt uns diese Entwicklung bei der Versorgung der Bevölkerung mit Blutkonserven vor Probleme.

Immer mehr rüstige Senioren sind fit und gesund genug, um noch weiter Blut zu spenden 

Je älter eine Bevölkerung wird, desto höher wird auch der Bedarf an Blutpräparaten. Da wir aber in Deutschland einen steten Geburtenrückgang verzeichnen, steht einer wachsenden Zahl von potentiellen Blutempfängern eine abnehmende Zahl Blutspender gegenüber. Hier tut sich in Zukunft eine Lücke auf.

Was kann man tun? Zunächst gilt es alle spendefähigen Mitbürger/innen zur Blutspende zu motivieren, denn nur etwa 3 % der Bevölkerung spenden derzeit Blut.

Wir müssen jedoch auch der Tatsache Rechnung tragen, dass viele unserer Blutspender gesünder älter werden und problemlos Blut spenden können. Die obere Altersgrenze für Blutspender wurde in Deutschland vor Jahren auf 68 Jahre festgesetzt, da man sich nicht sicher war, ob die Blutspende im höheren Alter noch gut vertragen wird. Hier muss angesetzt werden. Zwei Punkte sind dabei von entscheidender Bedeutung: 

  1. Blut wird ein ganzes Leben lang immer wieder neu nachgebildet. 
  2. Mittlerweile liegen Ergebnisse umfangreicher Studien über die Verträglichkeit der Blutspende im höheren Alter vor. 

Blutspenden ein solidarischer Akt der Gesunden für Menschen, die auf Blutpräparate angewiesen sind 

Der DRK-Blutspendedienst West führt seit mittlerweile 2 ½ Jahren eine Studie über die Verträglichkeit der Blutspende im höheren Alter durch. Bislang haben mehr als 51.000 Spender an dieser Studie teilgenommen. So hohe Zahlen an Studienteilnehmern sind erforderlich, da unerwünschte Reaktionen bei der Blutspende sehr selten auftreten (bei etwa 2 von 1000 Spendern). Die Zahl der unerwünschten Reaktionen wie Kreislaufbeschwerden lag bei Blutspendern im Alter von 65-68 und sogar bei Blutspendern im Alter von 69-71 Jahren nicht höher als bei einer Vergleichsgruppe im Alter von 50-52 Jahren. Die bei der Spende erhobenen Befunde wie z. B. der Hämoglobinwert (das ist der rote Blutfarbstoff, der für den Sauerstofftransport im Blut verantwortlich ist) waren in den verschiedenen Altersgruppen nicht signifikant unterschiedlich. Die Spender in der ältesten Altersgruppe (69-71 Jahre) gingen im Jahr durchschnittlich ebenso oft zur Blutspende wie die im Alter von 50-52 Jahren (3,3 Spenden pro Jahr bei insgesamt durchschnittlich 72 Blutspenden).

Aber nicht nur die Verträglichkeit der Blutspende für ältere Spender, sondern auch die Qualität der Blutpräparate von älteren Blutspendern wurde vom DRK-Blutspendedienst West untersucht. Hier konnte gezeigt werden, dass die Qualität der Blutkonserven unabhängig vom Alter des Blutspenders ist. Die Daten beider Studien wurden auf dem Fachkongress der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin (DGTI) im Jahr 2008 in Düsseldorf vorgestellt.

Ältere Blutspender, die sich körperlich fit fühlen, können also unbesorgt zur Blutspende gehen, wobei in Deutschland ohnehin jeder Blutspender noch vor der Blutspende von einem Arzt untersucht wird, also einen kleinen „Gesundheits-Check" erhält. Gleichzeitig können die Patienten darauf vertrauen, dass auch Blutpräparate von älteren Blutspendern die Qualitätsvorgaben erfüllen.

Es spricht also nichts gegen eine Blutspende auch jenseits der derzeitigen Altersgrenze und die deutschen Richtlinien für die Blutspende werden dies in ihrer nächsten Ausgabe nachvollziehen.